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Die hier präsentierte Gedicht- und Aphorismensammlung ist unverrückbares geistiges Eigentum des Autors.

    Wer für einen wie immer gearteten Anlaß ein passendes Gedicht sucht, sei verwiesen auf die Großen der deutschsprachigen Lyrik, soll heißen: auf Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Friedrich von Schiller (1759-1805), Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770-1843), Novalis (1772-1801), Clemens Brentano (1778-1842), Ludwig Uhland (1787-1862), Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857), Heinrich Heine (1797-1856), Nikolaus Lenau (1802-1850), Eduard Mörike (1804-1875), Stefan George (1868-1933), Christian Morgenstern (1871-1914), Rainer Maria Rilke (1875-1926), Hermann Hesse (1877-1962), Rudolf Alexander Schröder (1878-1962), Stefan Zweig (1881-1942), Kurt Tucholsky (1890-1935), Erich Kästner (1899-1974) usw. usw. – Ihr Buchhändler oder Bibliothekar berät Sie gerne!

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“Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen”: Dies gilt noch tausendmal mehr im spirituellen denn im geographischen Sinne, und so sei die hier präsentierte Sammlung als keineswegs nur persönliches Dokument dem geneigten Leser wärmstens ans, wie zu hoffen steht: dürstende, Herz gelegt! Wohl denn …

 

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I. Hingegebenes, Philosophisches

II. Satirisches, Humoristisches

III. Polemisches, Kategorisches

IV. Die Aphorismen

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I. Hingegebenes, Philosophisches

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Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 36: 2. Satz: Larghetto. – Wiener Philharmoniker u. d. Ltg. v. Claudio Abbado; aufgenommen im Februar 1987 im Großen Saal des Musikvereins Wien. – Spieldauer 11′21“.

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Die Wahl (Frühjahr 1984)

Wer sich der festen Form als Ziel des Lebens hat verschrieben / Der tut mir leid / Denn mag er noch so viel erobern und besiegen / Ein klarer, kalter Blitz genügt / Um seinem Ruhm ein Ende zu bereiten / Sodaß auf’s Neue er / Der eig’nen Enge preisgegeben / Gefahr läuft zu versinken.

Doch demjen’gen, der sich müht, das Göttliche zu sehen / Und danach lebt / Ihm ist mit Sicherheit ein höh’res Los beschieden / Ist auch sein Weg mit Schwierigkeiten übersät / Es ist die Schwierigkeit allein, die uns im Werden höhersteigen läßt / Entsprechend uns’rer Reife / Wie unbarmherzig uns zu Boden wirft / Ob unseres Versagens.

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Der Ruf (Frühjahr 1985)

Léicht und gedánkenlos wánderte ích durch die Kréise der Máya / Únaufhóerlich sánk ich zurúeck in der Fínsternis Wélten / Léise und zárt hingégen ríef mich plóetzlich das Édle / Hinángezógen von mágischer Kráft ging ich hín, zu fólgen dem Lícht.

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Die Empfindung (Frühjahr 1985)

Luft atmend, die nicht von dieser Welt / Farben schauend, die erst durch Endgültiges erhellt / Melodien lauschend von ungekannter Schönheit / Wärme spürend von Göttlicher Liebe und Wahrheit.

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Emphase (Juni 1988, Ladakh)

Klosterluft. Mönchsluft. Gebetsluft. Meditationsluft. Erleuchtungsluft. Am Nabel sein. Nichts mehr brauchen.

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Die Warnung (Herbst 1988)

Víelen Schlángen wírst du begégnen, o Pílger / Vor éiner húete dich wóhl, ihr Náme ist Mácht!

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Mystizismus (Herbst 1988)

Das Licht des Kristalls strahlt tausendfach wider im Lichte des Sterns – Entrücktheit! / Das Gift der Kobra reinigt in seiner Zerstörung – Läuterung! / Die Krone der Palme ragt majestätisch gen Himmel – Erhabenheit!

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Die Erfahrung (Dezember 1988)

Der brénnendste Súcher kann érst mit dem Schrítt in die Tíefen des Ménschseins erfáhren und wáchsen.

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Chronos (Frühjahr 1989)

Só verwéist Gott Chrónos den Éifrigen ín seine Schránken / Gléichwie den Régungslósen er zwíngt zu líchtvoller Wándlung / Dém jedóch, der sich múeht um das Máß der hímmlischen Mítte / Wírd Gott Chrónos zúsehends Fréund und Méister zugléich.

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Schwermut (Juli 1990)

Selten so betrübt, selten so allein / Ich wünscht’, ich könnt’ im Himmel sein.

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Aufatmen (23. 8. 1998)

Forsche Winde, Wolkenschieben / Klar und frei das Firmament / Sei gegrüßt, o Herbst, geliebter / Mit dem Sommer ist ein End’.

Endlich wieder sich bewegen / Endlich wieder neuen Mut / Neue Reisepläne hegen / Endlich Kühle nach der Glut!

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Das Wollen (20. 7. 2001)

Die Stirn zerfurcht, den Schädel schwer gestützt / So sucht der Dichter hold ein neues Opus zu vollbringen / Allein, trotz allem Ehrgeiz und verbiss’nem Woll’n / Es will ihm einfach nichts gelingen.

Moral: Was dir nicht wird gegeben / Das kannst du nicht erzwingen.

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Ferne (19. 7. 2002)

„Wozu in die Ferne schweifen / Liegt das Gute doch so nah…“ / Letztlich kann der Mensch nur reifen / Wenn er bleibt, wo er schon war!

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Tundra (19. 7. 2002)

Haben Elch und Wolf auf mich gewartet? / Hat das Nordkap mich bestellt? / Ist die Tundra wirklich so geartet / Daß sie gute Laune hält?

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Über den Unfug (19. 7. 2002)

Der größte Unfug ist nicht schlimm / Solang der Boden sicher trägt / Erst dann gebrechen Mut und Stimm’ / Wenn man am eig’nen Aste sägt!

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Suche Herzen! (19. 7. 2002)

Wenn du Herzen suchst / Wirst du sie finden  / So du die Welt verfluchst / Wird sie dir schwinden!

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Zeichen der Zeit (19. 7. 2002)

Irrsinn, Raserei und blinde Wut / Sind die Zeichen dieser Zeit / Willst du wahrhaft schöpfen frischen Mut / Such’ bei Gott Zufriedenheit!

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Die Teufel (19. 7. 2002)

Die Teufel werden keck und kecker / Nicht mehr genug, dem auszuweichen / Sie riechen Blut und finden ’s lecker / Doch fürchten sie die Himmelszeichen.

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Gib Gas! (19. 7. 2002)

Gib Gas, schieß los, laß dich nicht bremsen! / Das bißchen Schrot schreckt höchstens Gemsen / Sei hurtig und verzage nicht / Du wirst belohnt mit gold’nem Licht.

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Von der Fragwürdigkeit des Reisens heutzutage (19. 8. 2002, auf der Zugfahrt von Älvsbyn nach Årlanda)

Außer Spesen nichts gewesen / Besser aus den Büchern lesen / Wie die Länder dereinst waren / Heute reisen nur noch Narren / Ahnungslos und ohne Sinn / Durch die Einheitswelt dahin.

Mensch, was ist aus dir geworden / Tief im Süden, hoch im Norden / Hast vergessen deinen Gott / Und bist hoffnungslos bankrott!

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Öde (20. 8. 2002, Flughafen Årlanda)

Leiber, ohne Augen, ohne Leben / Schieben sich an mir vorbei / Und die fetten Jumbos gleich daneben / Fest im Griff der Tyrannei

Jenes einen Antipoden / Der da leise triumphiert / Der da lockt mit schrillen Moden / Und mit Glas im Stahlgeviert.

Der so vieles uns erschaffen / Nichts davon hat wahren Wert / Der uns degradiert zu Affen / Und ein jedes Ding verkehrt.

Widerspruch ist seine Stärke / Leugnung ist sein Element / Mit Betrug geht er zu Werke / Und er haßt das Fundament,

Das der Welt zugrunde liegt / Und so will er nur zerstören / Doch am End’ ein and’rer siegt / Und der Mensch wird wieder hören!

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Himmelsgeschenk (Oktober 2002)

Mein Lieber, sieh mal, was der Himmel dir geschenkt! / So du’s nicht nutzest, ist der Himmel tief gekränkt!

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Allein (Oktober 2002)

Allein und ohne jede Stütze steh’ ich da / Und will mich auf das Glück beschränken / Zu dem mir jede Stütze fehlt.

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Siebenmal Zwölf – meiner sterbenskranken Großtante zum 84. Geburtstag (10. 7. 2003)

Siebenmal zwölf ist vierundachtzig / Hat ein kluger Mann gedacht sich / ‘S kann doch nicht so schwierig sein / Zu erreichen solche Weih’n,

Doch was klingt so bürokratisch / Und auch strengstens mathematisch / Kennt den Grund der Sache nicht / Weil sonst gleich ins Auge sticht,

Daß die Dinge anders liegen / Man kann’s drehen, man kann’s biegen / Rätselhaft das Schicksal ist / Was der Mensch gar leicht vergißt.

Und er hofft auf Garantien / Sicherheiten, Prophetien / Rechnet aus und rechnet ein / Alles für den schönen Schein, 

Alles, um sich zu belügen / anstatt sich darein zu fügen / Daß ein anderer bestimmt / Welchen Lauf das Leben nimmt.

Siebenmal zwölf ist vierundachtzig / Wer wohl hätte dies gedacht sich?

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Es schließt sich der Kreis… – Meiner im Sterben liegenden Großtante gewidmet (1. 7. 2003)

Ob Dame oder Herr / Man ist nicht irgendwer / Man ist ein ganz bestimmtes Kind / Von dem da oben, bitte sehr.

Und weil die Dinge so persönlich liegen / Will man sich ungern in die Tasche lügen / Erhobenen Haupts und mit reinem Gewissen / So möchte man schließlich die Fahnen hissen

Zur letzten großen Überfahrt / Der Weg war lang, zuweilen auch hart / Und doch blickt man lächelnd und dankbar zurück / Auf all das Leid, auf all das Glück,

Auf freudige Fügung, auf bittere Sorgen / Den Gram um das Gestern, die Hoffnung auf morgen / Hat vieles erlebt und hautnah gesehn / Wie die Mühlräder der Geschichte sich drehn.

War Mensch und Geschöpf in gedieg’neren Zeiten / War Mensch unter Menschen, verrückten, gescheiten / War Mensch mit Prinzip und Mensch mit Räson / War Mensch mit Kultur und Mensch mit Façon.

Ein knappes Jahrhundert im Stammbuch des Lebens / Nichts war umsonst, nichts war vergebens / Der Kreis ist erst Kreis, wenn er sich schließt / Und ewig aus Altem das Neue sprießt.

Getrost mag vergehen der Schimmer der Welt / Im Gegenzug man den Glanz erhält / In dem die Himmel gewaltig erstrahlen / Kein Maler könnt’ diese Allgewalt malen.

So wendet der Blick sich allmählich zum Licht / Das Erlösung von aller Begrenzung verspricht / Das Herz wird leicht und zusehends froh / Das war im Leben nicht immer so.

Das Auge verklärt, geöffnet die Hand / So schreitet der Mensch ins neue Land / Geht tapfer seinem Schöpfer entgegen / Und wandert ab nun auf himmlischen Wegen.  

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Gruß an eines Freundes Honigbienen… (15. 8. 2003)

Gruß an Deine Völkerschaften! / Sie bürgen klar für Qualität / An gutem Honig anzuhaften / Dem Manne zu Gesichte steht.

Ein sanftes Laster, lieblich süß / Dabei kurierend Elixier / Ein Vorgeschmack aufs Paradies / Solch Stofflichkeit, die lob ich mir!

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Wanderers Vorfreuden (14. 9. 2003)

Es wartet die Fahrt übers weite Land! / Was wird mir wohl alles begegen? / Geöffnet das Herz, geöffnet die Hand / So möge denn Gott, der Allmächtige wissend und schützend dies kleine und feine Landunternehmen mit seiner Himmelskraft segnen!

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Der Zoobesuch (17. 9. 2003)

Vom Brillenbär zum Krokodil / Des Herkunft ist der ferne Nil / Vom Bison bis zum Jaguar / Gar manch Getier zu sehen war.

Die Kobra hat mich nett begrüßt / Der Orang in der Zeitung liest / Piranhas still im Wasser stehen / Und einem fest ins Auge sehen.

Die Welt ist groß, doch in Bedrängnis / Die Gattung Mensch ist ihr Verhängnis! 

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Wider die Kritikusse – und somit wider mich selbst… (November 2007)

Ich mag’s nicht, wenn die Leute richten / Und sich erzählen Spukgeschichten / Es ist doch klar auf einen Blick: / Die Welt braucht Liebe, nicht Kritik!

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Ach… (November 2007)

Kaum geboren, schon verloren – / Ach, was sind wir doch für Toren!

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Grade, nicht krumm! (Jänner 2008)

Geh den Weg, und geh ihn grade / Alles andre wäre schade!

Krummer Weg ist ungesund / Führt direkt in Teufels Schlund!

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Von der Gnade (1. 4. 2008)

Geht der Mensch voran / Grade, wie er kann / Kommt ihm bald auf allen Wegen / Gnadenvoll sein Herr entgegen…

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In großer Not… (4. 4. 2008)

Der Koch, er war in großer Not / Er hatte Brühe, hatte Brot / Edles Gewürz und Frischgemüse / Lagen bereit in der Kombüse. –

Die Supp’ ward gar, der Koch beglückt / Doch eines machte ihn verrückt / Weshalb das Köchlein mürrisch fluchte: / Umsonst es seinen Schöpfer* suchte!

(* österr. für: Schöpfkelle)

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Was ist nur aus der Welt geworden… (September 2010)

Was ist nur aus der Welt geworden? / Sie war doch einst so schön, so weit / So frei und frisch und jung und voller Leben! / Es lohnte sich, nach ‘was zu streben.

Doch nun liegt sie in tiefer Dunkelheit / Erstarrt, gefroren, rabenschwarz.

Was ist nur aus der Welt, aus dieser Welt, aus uns’rer Welt geworden!

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Es fliegen die Himmel… (7. Oktober 2010)

Es fliegen die Himmel, sie rasen dahin / Und wissen um’s Schicksal der Welt.

Und haben’s im Grunde schon immer gewußt / Und haben die Tage schon immer gezählt,

Unterwegs zum großen Verhängnis.

Es fliegen die Zeiten, es rasen die Himmel / Sie fliegen, sie rasen dahin.

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Das Sehnen der Herzen… (1. 1. 2011)

Die Herzen sehnen sich nach Tradition / Doch akklamiert der Zeitgeist die “Moderne” / Verlangt genormte Organisation / Und rückt Lebendiges in weite Ferne.

Die Herzen bluten, Luft gefriert / Wo alles seinen Kern verliert / Und sich dem Winkelmaße fügt / Und seine Wesensart betrügt.

Das Herz erstarrt, die Seele fest verschlossen / So wird die Menschheit grad wie Blei gegossen / In neue Form, mit neuem, düst’rem Ziel / Zu dienen wahrlich teuflischem Gespiel’,

Des Sinn und Zweck darin besteht: / Zu annullier’n die Pietät!

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II. Satirisches, Humoristisches

Ludwig van Beethoven: Symphonie No. 3 Es-dur op.55 “Eroica”: 3. Satz: Scherzo Allegro Vivace. – RSO Stuttgart, Karl Münchinger; aufgenommen im Oktober 1983 in der Schloßkirche zu Ludwigsburg (Spieldauer 6’00”)

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Das ‘Elixier’ (Juni 2001)

Wie sehr die Leut’ die Sprach’ verhunz’n / Ist mir ab heute völlig Blunz’n / Ich schließ die Ohren, geh’ in mich / Und meditier’ ganz inniglich,

Um mich im Innersten zu finden / Aus diesem und aus ander’n Gründen / Sodaß am Schluß der reine Geist / Mir allerorts die Wege weist.

Ganz ohne Zweifel, ohne Bangen / Will ich nach einem nur verlangen / Und was das ist, das merke wohl: / Es ist: Diana mit Menthol!

Die Würde (Juli 2001)

So will ich dichten all mein Leben / Wahrhaftigkeit und Wort verweben / Dem Dasein größ’re Würde geben / Und endlich ab ins All entschweben.

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Der Großwesir (19. 8. 2001)

Ich wünsche mir… – was wünsch’ ich mir? / Ich hab’ es längst vergessen / Werd’ ich einmal ein Großwesir / Dann werd’ ich nur noch – fressen!

Und weil es etwas öde ist / Den ganzen Tag zu völlern / Schieß ich nach jeder Völlerei mit riesengroßen Böllern.

Denn solche Lust und solches Schießen / Sind mein geliebtestes Pläsier / Wie sollt’ es mich auch nur verdrießen / Bin ich doch selber – Großwesir!

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Bedecket Euch… (Mai 2002)

Liebe Mädchen, liebe Damen / Bedecket Euch, in Gottes Namen!

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„Küß die Hände…“ (26. 4. 2003)

„Küß die Hände, küß den Fuß!“ / Sprach der Playboy ohn’ Verdruß / Gab der Dame einen Kuß / Weil man das so machen muß.

Worauf sich die Frau erregte / Und den Knülch mit Schimpf belegte / Schließlich ihn vom Saale fegte / Jetzt hofiert er and’re Mägde.

Was nun lernen wir aus diesem / Ohne uns es zu verdrießen? / § KECKHEIT IST OFT DESTRUKTIV § / Zu den Akten! – Ins Archiv!

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‘Heiliger’ Krieger, selbstverliebt… (26. 4. 2003)

Wär’ ich nicht so genial / Wär’ das Leben wahrlich fahl / Doch voll List und voller Tücke / Reiß’ ich meine Possenstücke!

Manchem Zeitgeist schmeckt das wenig / Der da will, daß man beschönig’ / Doch der Sülze gibt’s genug / Ich dien’ nicht mit Lug und Trug.

Und so dicht’ ich vor mich hin / Einer faßt sich – autsch! – an’s Kinn / Und der nächste an den Magen: / Kampf in allen Lebenslagen.

’s geht gen jene ‘Majestäten’ / Die pompös einhertrompeten / G’rad als wärens’ Geistgiganten / Anstatt bessere Hydranten,

Lug verdient des Schutzes nicht / Erst wenn alles dies gebricht / Und die falschen Potentaten / Durch die eig’nen Sümpfe waten /

Kommt vielleicht – mit etwas Glück / Demut in die Welt zurück!

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Die ‘Weihen der Musik’ (28. 7. 2003)

Will der Schöngeist Músikhören / Darf kein Lärm die Weihe stören / Ohren auf und Augen zu! / Nur in unbedingter Ruh’

Kann er sich soweit entspannen / Daß sein Geist schwebt sanft von dannen / Und im Reich der edlen Töne / Ihn erfaßt das Wahre, Schöne.

Schöngeist, Schöngeist, magst erfahren / Wie die Rhythmen dereinst waren / Wie die Harmonien sich fügten / Und allein dem Herz genügten.

Schöngeist, Schöngeist, kluger Mann: / Lauschet, was er lauschen kann!

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Des Radlers Lust (15. 9. 2003)

Auf in die Steppe, den Drahtesel fest unterm Hintern / Dort gíbt’s kein Gefälle und auch keine Treppe, ich werd’ dort zwar nicht überwintern / Doch radeln, das werd’ ich gewiß / Jawohl, und mit Schmiß!

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Der verirrte Vogel Strauß (15. 9. 2003)

Ein Vogel Strauß hat sich in der Wüste verlaufen / Dort gibt’s kein saftiges Gras, keine Würmer und auch nichts zum Saufen. / Was machte das arme Tier in seiner Bedrängnis? / Es ging – weil es nicht weiter wußte – glatt ins Gefängnis!

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Alpines Lesebuch für Gemsen und andere Hirsche… (begonnen 15. 9. 2003 – Auszug)

„Berg Heil!“, rief der Fex und fiel in die Tiefe / Es schnaubte gen Gipfel die Lokomotive.

Das Auge gemacht von der Mandel / Der Mund von der Kirsche / So stand sie da, ganz ohne G’wandl / Es röhrten die Hirsche.

Kaum sah die Magd am Gipfel die Gemsen / Konnt’ sie die Macht ihrer Triebe nicht bremsen.

Ich wandle durch Wälder, ich zieh’ über Fluren / Es stürzet der Berg, es donnern die Muren.

Es tummelt sich hoch im Gebirge der Bär / Drum nimm auf die Wanderung mit dein Gewehr!

Im Schutze der Hütte wird warm mir ums Herz / Und das von November bis einschließlich März!

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Der Wolf (10. 10. 2007)

„Hare Krishna!“, rief der Wolf / Spielte eine Runde Golf / Schwamm sodann im Swimmingpool /Hauptsach’ sportlich, Hauptsach’ cool!

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Ralf (10. Mai 2008)

Ich bin der Ralf aus Wuppertal / Und reite auf ‘nem Tupperwal / Grad neulich konnte man mich seh’n / Den Rhein hinab nach Holland geh’n,

Um schließlich in die See zu münden / Aus neunundneunzig Herzensgründen / Wo ich mit selbiger samt Wal / Verschmolz zu einem Orbital!

Moral: Gepriesen sei der Ozean / Den Horizont er weiten kann / Auf daß im Ganzen man verweile / Das mehr als seine Einzelteile!

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Der Sufipöt (10. Mai 2008)

Es war dereinst ein braver Mann / In wahrlich schlimmen Herzensnöten / Er sehnte sich – und – sehnte sich / Man nannte ihn den Sufi-Pöten.

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Von Schafen und anderen Tieren (1. 1. 2011)

Ein Schaf, das seine Grenzen kennt / Nicht ständig gegen Mauern rennt / Nicht edleres Getier beneidet / Und sich mit seinem Teil bescheidet.

Zumal selbst höfisches Gepränge / Verdeckt nur seine eig’ne Enge / Und auch das prächtigste Gefährt / Aus einem Schaf nicht macht ein Rassepferd.

Moral: Das Tierreich ist gar sehr verschieden / Mit Adlern in den Lüften und Gewürm hienieden / Das eine fliegt, das and’re rennt, das dritte kriecht: / Ein sozialistisch’ Einheitstier, das gibt es nicht!!!

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III. Polemisches, Kategorisches

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Ludwig van Beethoven: Symphonie No. 3 Es-dur op.55 “Eroica”: 4. Satz, Finale: Allegro molto; RSO Stuttgart u. d. Ltg. v. Karl Münchinger; aufgenommen im Oktober 1983 in der Schloßkirche Ludwigsburg; Spieldauer 12’56”.

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Der ‘Strenggläubige’ (Anfang 1998)

„Schließe Auge, Ohr und Mund / Denn Sinnesfreud’ ist ungesund / Der Erzfeind lauert hinter jeder Ecke / Drum meide alles Frohe, Kecke!“ –

Doch glaubst du auch, du strahlst im Licht / Vergiß die Herzensliebe nicht!

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Die Bruderschaft (20. 7. 2001)

Der Bruder ist des Bruders rotes Tuch / Über den Brüdern liegt ein böser Fluch / Wie ist es anders sonst erklärlich / Daß eins dem andern so entbehrlich?

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Vom ‘Staat’ oder: Die Menschen sind verschieden… (28. 8. 2001)

Da ist einer, der meint, Staat sei etwas, das man am besten an sich reißt / Da ist einer, mit dem, schlicht und ergreifend, kein Staat zu machen ist / Da ist einer, der gerne Staat machen würde, wenn er es nur könnte / Da ist einer, der keine Ahnung hat, was Staat eigentlich soll / Da ist einer, der damit zufrieden ist, über den Staat zu philosophieren.

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Wider die Belehrung (23. 7. 2002)

Belehrung soll man den Gelehrten überlassen / Und Weisheit nicht sich anzieh’n im Bankrott / Vielleicht Bescheidenheit ins stolze Auge fassen / Denn ohne Demut ist der Glaube tot.

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Wunderbar! (Oktober 2002)

Heute so wie morgen / Werden wir uns borgen / Von denen mit Etat / Ist das nicht wunderbar?

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Ein deutscher Sufi (November 2007)

Ein deutscher Sufi, groß und prächtig / Der Bart famos, der Turban mächtig / So sitzt er edel und bedächtig / Vom vielen ‘Tragen’ übernächtig

In seiner deutschen Zelle fein / Auf einem Thron aus Edelstein!

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Der Schuh (22. 1. 2009)

Fort im Nu war der Schuh / Ich konnt’ ihn nicht mehr finden / Ein Bruder, besser: Edelgnu / Konnt’ seinen Verlust nicht verwinden / Und nahm, da seine Schuhe entschwunden / Die meinigen ganz unumwunden.

Anderntags war er die Schuhe / Die er sich widerrechtlich genommen / Sofort wieder los, doch die seinen / Bleiben verschwommen, verschollen / Im Dickicht von Diebstahl und / Brüderlich-trauter Gemeinschaft, wen schert’s?

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Schweigen im Walde (Sommer 2010)

In teutschen Wäldern tiefes Schweigen / Die Zeiten sich zu Ende neigen…

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Wider die Revolution (Anfang 1998)

Blauer Sud aus engen Gassen / Gaukler, die Gerades hassen / Morbides zur Räson erklärt / Dem Heiligen Respekt verwehrt.

Die Marseillaise gellt grauenvoll / Kaltes Dur statt warmem Moll / Glaube zur Vernunft erhoben / Und Vernunft zum Glauben.

Kniee zittern, Köpfe rollen / Angst geht um – die Bürger tollen / Dem König seinen Thron gestohlen / Das Lumpenpack, das darf jetzt johlen.

Fürwahr, hier feiert die Historie / Makab’re Höh’n / Als Gleicher unter Gleichen / Wird jeder nun geseh’n.

Geschöpf und Schöpfer ins / Exil verbannt / Die Hirne berauscht und / Die Herzen verbrannt.

O Freiheit, unter deiner Fahne / Zieh’n abertausende Satane / Die flüstern teils und teils auch schrei’n / Um jede Einheit zu entzwei’n.

Wie soll durch dich ein Staat florier’n / Wo alle nur noch rebellier’n / Wo jeder teufelswild geworden / und Menschen grausam Menschen morden.

Wie soll da was Erhab’nes wachsen / Bei so viel selbstenthemmten Faxen? / Die Götter haben ausgedient – erst recht der Eine / Was früher einmal Menschen waren, sind nur noch ________. 

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Kleines ABC der Weltpolitik (26. 4. 2003)

Großes tut sich in der Welt / Manches sich gar neu verhält / Darum, gänzlich ohne Hetze / Folgend diese Regelsätze:

Erstens merk’ er ohne Hatz / Diesen ersten Regelsatz: / “Fliegt ein Jumbo in ein Haus  / geh’n global die Lichter aus“ / Hat er ersten Satz verstanden / Liegt der zweite schon zuhanden.

Zweitens merk’ er ohne Hatz / Diesen zweiten Regelsatz: / „MOAB gegen Al Samud / färbt den Tigris rot von Blut“ / Hat er zweiten Satz verstanden / Liegt der dritte schon zuhanden.

Drittens merk’ er ohne Hatz / Diesen dritten Regelsatz: / „Steiniges Afghanistan / blutet, was es bluten kann!“ / Hat er dritten Satz verstanden / Liegt die Schlußmoral zuhanden:

Bush, der Jüng’re ist gar mächtig / Blair, der Kluge redet prächtig / Alles nur mit einem Ziel: / Weltherrschaft. Mit Stumpf und Stiel.

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Danke, danke, danke! – ‘Nachruf’ auf eine fortgezogene Nachbarin (und somit, pars pro toto, wider die sog. ‘Generation Golf’) (26. /27. 4. 2003)

Hab Dank für den Zig’rettenduft / Wer den nicht schätzt, ist gar ein Schuft.

Hab Dank auch für dein Temp’rament / Auch nachts um vier, so vehement.

Der holde Klang der Stöckelschuh’ / In den verliebt ich war im Nu.

Der trock’ne Schlag der Wohnungstür / Als Sinnbild echter Wohnculture.

Anarchisch-wild das Fensterknallen / Die Nachbarn aus den Betten fallen.

Das silbrig traute Sesselschieben / Ein jeder Kunstmensch würd’ es lieben.

Dein Glockenstimmchen am Balkon / So hatten alle was davon.

Famos auch die Musikauswahl / Erhebend, stilvoll, kolossal.

Und hat’s mal richtig arg gedröhnt / So wurd’ ich dennoch, ja, verwöhnt:

Denn Lifestyle ist nicht sehr verbreitet / Wo er den Horizont doch weitet.

So ganz spontan und kreativ / Und völlig frei von Spießermief.

Gehab’ dich wohl! Magst dich vertschüssen! / Hier wird dich keine Sau vermissen!

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Brief an den Unheiligen Antonius – imaginäre Grüße an meinen einstigen Deutsch- und Geschichteprofessor (Juni 2003)

Antonius, du heller Stern / Ich mochte dich ja wirklich gern / Bloß, Pädagoge warst du keiner / Vielmehr der linken Schwärmer einer.

Gewiß, man kann nicht alles können / Ich will dir schöne Jahre gönnen / Doch denke dran: Mit Kopf allein / Ein Mann kann niemals Lehrer sein.

’s braucht auch Instinkt sowie Gefühl / Ein großes Herz anstatt Kalkül / Am rechten Fleck, statt links gepolt / Weil linke Leut’ – der Teufel holt!

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Krishnas Kolonnen (Juli 2003)

„Hare Krishna, Hare Hare!“ / Von der Wiege bis zur Bahre / Triebstau und Bigotterie / Heiligkeit, so sagen sie

Treibet an ihr täglich’ Tun / „Hare Krishna!“ – Und was nun / Wenn der schöne Schein zerbricht? / Prabuphada kratzt das nicht.

Der ist längst in and’ren Welten / Hier sind bloß noch die Gequälten / „Jai Sri Krishna!“, es erschallt / Aus dem düst’ren Märchenwald.

Täglich allzuviele Male / Allzuviele Rituale / Schmal die Lippe, eng der Blick: / Welch ein tödliches Geschick!

Sinnentleert die Attitüde / Hirngewasch’ne, prüde / ‘Gottbeseelte’ Automaten / Ferngesteuert ihre Taten.

Hare Krishna! Gott zum Gruße! / Liebe Leute, tuet Buße! / Horcht auf eure inn’ren Herzen / Ohne Duft und ohne Kerzen! 

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Die Betäubten… (14. 9. 2003)

Vom Zeitgeist zerfressen / Von ‘Coolness’ betäubt / So sitzen sie da wie die Krähen.

Und haben schon lang ihre Ahnen vergessen / Und sind ihre Hirne schon längstens zerstäubt / Kein Mensch wird einst um sie flehen!

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‘Einblicke’ – ein Mitglied der (in früheren Zeiten exzellenten) Österreichischen Astrologischen Gesellschaft in Wien (vorübergehend auf einen höchst wackeligen Schild gehoben), hält einen Vortrag mit dem sinnigen Titel ‘Liebe, Sex und Leidenschaften’…  (30. 9. 2003)

Liebe, Sex und Leidenschaften / Kann nicht jeder gleich verkraften / Doch Frau Vizepräsident / Alle Hintergründe kennt.

Und so woll’n wir ehrlich wissen / Wie sich Mars und Venus küssen / Wie das Weib den Mann umschließt / Und der Mann das Weib genießt.

Ja, wir woll’n es ehrlich hören / Wie sich Mann und Frau betören / Schließlich ist die Leidenschaft / Eine ganz besond’re Kraft.

Laßt uns horoskopisch lernen / Von den weit entfernten Sternen / Wie sich’s mit der Lieb’ verhält / Und sich Mars zu Venus stellt.

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Der Sargnagel oder Niedergang einer ehemals vorzüglichen Vereinigung (10. 5. 2004)

Ein Nagel, grausam zugespitzt / Seit kurzem in der G’sellschaft sitzt / Man rief nach ihm in schlimmster Not / Nun macht er selbst die G’sellschaft tot.

Moral: Bedrohlich tief ins Fleisch sich bohrt / Des Sarges Stift an Sarges Ort.

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Zur schwierigen Regierungsbildung in Österreich Anfang 2007: Kabinett Gusenbauer-Molterer (6. März 2007), in gehobenem Wiener Idiom, leicht dekadent-nasal!

1. Da Weg wår lång und steinig / Doch jetzt sind wir uns einig / Da Kanzler rot, die Richtung schwårz / Dås is die neue Årt Proporz.

2. Des Kanzlers neue Kleider / Noch keiner håt geseh’n / Die SPÖ sågt: „Leider / Da Kanzler håt an Schpleen.“

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Der Schulversuch (6. 3. 2007) (Nachdem die SPÖ in den Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ihr Wahlversprechen, die Uni-Studiengebühren abzuschaffen, nicht durchgebracht hat und stattdessen staatlicherseits anzubietende Sozialtätigkeiten (etwa Arbeit als Nachhilfelehrer) zur ‘Abarbeitung’ der Studiengebühr vorschlägt, eröffnet Neo-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in der sonntagvormittäglichen Live-Interviewsendung ‘Pressestunde’ des ORF, offenbar spontan und völlig unüberlegt, höchstselbst mit gutem Beispiel vorangehen zu wollen: er, der Bundeskanzler, werde regelmäßig Lernnachhilfe geben. – Allgemeines Gelächter folgte auf den Fuß…)

Edler Führer, Freund, Genosse, Teutscher Volkes Kanzler / Schlag sie tot, die Chaostanzler Hahnenschwanzler / Lehre uns Karl Heinrich Waggerl Marx / Aus der Tiefe seiners Schnackerl Sargs / Weise uns den rechten linken Weg / Alle Täg’. / Amen. Freundschaft!

                                   Recht brav! – Aber ideologisch müssen wir noch ein bißchen üben. GUSI.

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Gut, daß es Tanten gibt… (9. 10. 2007) – (gleichermaßen jungen wie alten Schnorrern ins Stammbuch geschrieben…)

Innigst heißgeliebte Tante / Du hast doch auf der hohen Kante / So manchen finanziellen Wert / Der sich von Jahr zu Jahr vermehrt.

Willst du mich karg nur unterstützen / Und meiner Kaufkraft wenig nützen? / Womit ich schon beim Thema wär’: / Ich bitte dich um mehr Salär!

Du weißt ja, wie die Künstler leben / Sie nehmen nur, anstatt zu geben / Und da ich nichts vom Geld versteh’ / Kam mir nun diese Goldidee:

Dich um das Fehlende zu bitten / Um meine Löcher zuzukitten / Es wartet deiner großer Lohn! / Und auch mein Konto – wartet schon…

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Nachruf auf einen Onkel, der so gerne ein Mann von Welt gewesen wäre… (27. 10. 2007)

Ein ziemlich schlimmer Widerborst / War einst der Sänger Nitsche Horst / Der Arme war gar sehr frustriert / Weshalb er nicht mehr exisitiert.

O Welt im Schmerz! / O Welt im Weh! / Geliebter Horstl / Tschüß, adé!

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Frankophob und frankophil… (Mai 2008)

Frankophob und frankophil / Zählen heute nicht mehr viel / Alles redet nur noch Englisch / Wer’s nicht kann, der redet Denglisch.

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‘Hymne’ für die Neue Luziferische Weltordnung (fertiggestellt am 6. 1. 2009) – (zu singen nach der Melodie der einstmaligen DDR-Hymne)

I. Meine Süßen, meine Lieben / Gnadenlos wird Luzifer / Euch begrüßen und euch sieben / Als der finst’re Endiger! – – – Rote Fahnen über Hamburg! / Rote Fahnen in Berlin! – – – Lenin hat es uns versprochen: / Nur durch Trug und Hinterlist / Winket uns Gewinn, winket uns Gewinn! 

II. Tödlich-bitt’rer Grabesfriede / Legt sich auf das Erdenrund / Wer versucht zu protestieren / Merkt: Protest ist ungesund! – – – Fest verschweißt in blauem Lichte / Schreiten wir zum Horizont. – – – Und in jedem freien Herzen / Eiseskalt und rücksichtslos / Die Veränd’rung wohnt, die Veränd’rung wohnt.

III. (Getragener:) Laßt uns denn die Stunde feiern / Uns’res großen Weltensiegs / Alles werden wir erneuern / Herren unseres Geschicks! – – – Rufet an den dunklen Fürsten / Dessen Funke uns beglückt – – – Ihm ist es allein zu danken / Daß sich hell und wunderbar / Neue Ordnung fügt, neue Ordnung fügt! 

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Die ‘Kulturbeflissenen’ (begonnen Februar 2009, fertiggestellt am 25. 5. 2009)

Dicke, fette, blaugetönte / Bürgerlich finanzverwöhnte / Nerzbehang’ne Kreaturen / Denen fremd die Partituren / Jener zeitlos großen Werke / Die ob ihrer Seelenstärke / Alles and’re überragen –

Sie jedoch mit prallem Magen / Und in grausam-schönem Schein / Traben zum Musikverein.

Eine Horde Elefanten / Urgroßmütter, Patentanten / Fällt mit wilder Energie / Ein ins Haus der Symphonie.

Dort wird unverschämt gehustet / Wüst geschnaubt und ausgepustet / Was im Preise inkludiert / Keiner sich dabei geniert.

Schade um die Komponisten / Geiger, Bläser und Cellisten / Die ihr langes Künstlerleben / Einzig nach der Schönheit streben: / Denn ihr ganzer, großer Ruhm / Fußt auf solchem Publikum!

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Einem Wiener Mädel zum vierzigsten Geburtstag… (25. 5. 2009)

Die Sach’ hat sich deutlich zum Guten gewendet / Der achte Fünfjahresplan glücklich vollendet / Drei Kinderlein lieb, ein drolliger Hund / So gibt sie dem Schöpfer voll Dankbarkeit kund:

„O Ewiger Gott, ich weiß, ich hab’s gut / Die Stimmung ist hell und herrlich der Mut / Ich brauch’ nicht zu schuften wie andere Frau’n / (Doch ist dem Manne auch wirklich zu trau’n?)

So unbesorgt frei und glücklich-naiv / Ist mir dennoch fern jeglicher Spießermief / Ich leb’ vor mich hin, mit Mann, Hund und Kindern / Um der Welt unendliches Leiden zu lindern.

Drei glückliche Kinder, na, das ist doch schon was / In einer Zeit voller Scheußlichkeit und voller Haß / Ich gebe mir Mühe, Gott, soviel steht fest / D’rum wünsch’ ich mir nun ein Göttlich’ Attest,

Auf dem in güldenen Lettern soll prangen: / ‘Dies Mädel vermag meine Gnad’ zu erlangen / Ihr liebliches Herz, ihr leichtes Gemüt / Das Ganze aus vornehmen Wiener Geblüt,

So will ich sie segnen bis ans Ende der Zeit / Soll sie leben in Glück und Zufriedenheit!’ / Dies ist’s, lieber Gott, worum ich Dich bitte / So nimm mich, wenn ich bitten darf, in Deine Mitte!“

 

Steiner ( 6. 10. 2012)

Der gute Rudolf Steiner / Der ist mir wirklich einer. / Er redet groß von Jesu Christ, / In Wahrheit Satanist er ist!

 

Ahriman und Luzifer (7. 10. 2012)

Den schlimmen, schlimmen Ahriman / Doch wirklich niemand leiden kann / Weshalb es ist nur konsequent / Wenn man die Sach’ beim Namen nennt,

Und jener einen Lichtgestalt / Die Ehre gibt und die Gewalt. / Der Punkt ist gar nicht peripher: / Es geht um unser’n LUZIFER!

 

Die Anthroposophen  (7. 10. 2012)

Sie singen salbungsvolle Strophen / Und nennen sich Anthroposophen. / Allein, ihr Gott ist nicht derselbe: / Er ist nicht weiß; es ist der Gelbe!

 

Für die Katz oder Nomen est Omen (25. 10. 2012)

Der Benedikt, der Benedikt / Die Guten in die Wüste schickt. / Die Bösen herrschen überall / Es ist der reinste Maskenball,

Wo schiache Wölf’ in Schafespelzen / Sich wonniglich im Luxus wälzen / Und statt die Leut’ zu Gott zu leiten / Mit Volldampf in den Abgrund reiten.

Die ganze Kirch’ ist für die Katz’ / Am Papstthron sitzt ein Häuselratz!

 

Ein seltsamer Bär (April 2014)

Grad neulich ging ich durch das Tal / Es war noch kalt, ich trug an Schal / Da bog urplötzlich um die Ecke / Mit Schießgewehr ein wilder Recke,

Und fragte mich, ob ich gelesen / Von jenem Bär’n, der hier gewesen / Der manche Leut’ schon aufgefressen / Vor all’m auf Frau’n er sei versessen.

Ich wußte nichts und gab zurück / Daß er und ich zu unser’m Glück / Ja doch noch leben, Gott sei Dank / Und setzte mich auf eine Bank.

Worauf das Unterholz sich teilte / Wo, sichtbar nun, ein Bär verweilte / Ein wahrlich imposantes Tier / So groß wie ein Fünfzentnerstier,

Der gab uns deutlich zu versteh’n / Wir mögen doch von dannen geh’n / Das taten wir schlußendlich gern: / Der Bär trug einen Roten Stern! 

 

 

 

 

IV. Die Aphorismen

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Ludwig van Beethoven: Symphonie No. 8 F-dur op. 93: 2. Satz, Allegretto scherzando; Wiener Philharmoniker u. d. Ltg. v. Claudio Abbado; aufgenommen im Februar 1987 im Großen Saal des Wiener Musikvereins; Spieldauer 3’54”.

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Über die Hingabe (Dezember 1987, Indien)

Mit der völligen Hingabe wird die Frage nach Verantwortung bedeutungslos. Man ist in völliger Übereinstimmung mit dem kosmischen Gesetz.

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Über die Mitte (Juni 1988, Ladakh)

Aus der Mitte heraus agieren. In der Mitte bleiben. Zur Mitte hin streben. – ‘Centrismo’ als Lebensphilosophie! ‘Centrismo’ als politisches Programm! ‘Centrismo’ als Schlüssel zur Erleuchtung!  

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Über das Angenehme und das Unangenehme (Mai 1989)

Nicht Wunsch nach dem Angenehmen noch Angst vor dem Unangenehmen, sondern gleichmütiges Rechnen mit allem soll der Acker sein, auf den der Same unermüdlichen Wollens und grenzenloser Liebe fallen möge.

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Über die freie Wahl (1. 10. 1989)

Der Mensch glaubt, sich aus dem Großen Zusammenhang herausstellen zu können. Die freie Wahl ist ihm Beweis für seine Unabhängigkeit. – Hochmut ist an die Stelle von Demut getreten.

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Über die Verantwortung (6. 11. 1989)

Verantwortung bedeutet auch Auszeichnung. – In dieser liegt eine große Versuchung: Der Mißbrauch von Macht.

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Über die schädliche Gewohnheit (6. 11. 1989)

Wird eine schädliche Gewohnheit als schädlich erkannt, sollte sie unverzüglich ausgemerzt werden. – Alles andere wäre willentliche Torheit.

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Über die Sentimentalität (17. 11. 1989)

Sentimentalität versperrt den Weg in die Freiheit.

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Über das ‘A’ und ‘B’ sagen (7. 1. 1990)

„Wer ‘A’ sagt, muß auch ‘B’ sagen.“ – Wann hab’ ich ‘A’ gesagt?

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Über das, was auf dem Spiel steht (17. 5. 1990, gekürzt)

Heute steht alles auf dem Spiel: Diese Erdenschöpfung, und damit auch dieser Erdenmensch.

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Über die metaphysische Spekulation (31. 5. 1990, gekürzt)

Metaphysische Spekulation löst keine Probleme.

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Über die Verarmung der Welt (Juni 1990, gekürzt)

Wo Vernunft fehlt, herrscht Chaos. Wo Liebe fehlt, herrscht Faustrecht. Wo Glaube fehlt, herrscht Tod.

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Über die Vervollkommnung (Juni 1990, gekürzt)

Vielen geht es um Vervollkommnung der Welt in dieser Welt. – Wie töricht!

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Über das ‘Zukünften’ (Juli 1990)

Wo Gegenwart zukünftet, ist alles Leben auf Eis gelegt.

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Über das Zutrauen (7. 6. 1990, gekürzt)

Wer kein Zutrauen fassen kann, in sich und den anderen, für den bleibt Liebe unfruchtbar.

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Über das ‘Warum nicht?’ (15. 6. 1990, gekürzt)

Das ‘Warum nicht?’ ist die hinterhältigste Falle, in die der spirituelle Sucher gehen kann.

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Über den Blick auf die Welt (20. 7. 1990)

Menschenbild, Weltbild und Gottesbild sind eins. – Wer seine Sicht vom Menschen verrät, verrät zugleich das Ganze.

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Über die Verschwendung (Oktober 1990)

Wer meint, Verschwendung sei das Prinzip der Natur, vergißt, daß die Natur bei aller Verschwendung nie das Maß verliert.

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Über den Verlust der Erinnerung (22. 12. 1990, gekürzt)

Nur Kleingläubige fürchten um den Verlust ihrer Erinnerung. – Unsere gesamte universelle Biographie umgibt uns, durchdringt uns ständig. Nichts kann abhanden kommen.

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Über den Tanz am Rande des Abgrunds (Anfang 1998)

Am Rande des Abgrunds tanzt sich’s am schönsten. – Doch was, wenn der Fels nachgibt?

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Über das rechte Maß des Wissens (Anfang 1998)

Strebe kein Wissen an, wenn du nicht gerüstet bist, es zu tragen. Schon mancher ist an den Einblicken, die ihm zuteilgeworden, zugrunde gegangen.

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Über das Ende der Zeit (21. 2. 1999)

Das Ende der Zeit steht unmittelbar bevor.

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Über den Esel (1999)

Lerne vom Esel! Er vermag viel zu tragen und hat selbst auf schwierigstem Pfad festen Tritt.

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Über das Versuchen und das Sein (1999)

Versuche nicht! – Sei!

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Über die Glühenden (1999)

Die Glühenden enden dort, wo sie hingehören. – Suche Kühlung und Linderung im Angesicht des Erhabenen, des Großen!

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Über das rechte Säen (1999)

Auf gutem Boden säe Gutes! – Die beste Saat verkommt am falschen Ort.

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Über das Dienen (1999)

Diene! Und stelle keine Bedingungen!

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Über das Schweigen (1999)

Erkenne deine Unwissenheit und erlerne das Schweigen!

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Über die Geduld (1999)

Versuche, auszuharren! An deiner Geduld erkennst du, ob du etwas taugst.

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Über Gläubiger und Schuldner (1999)

Dein Leben ist ein Darlehen. Gott, der Erhabene ist der Gläubiger. Wahrlich, du bist ein schlechter Schuldner!

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Über die Welt und dich (1999)

Die Welt bedarf nicht deiner Erforschung. Sie ist vollkommen. – Sage nicht, du wärest das auch!

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Über die Sorge (2000)

Sorge dich nicht, wo Er dich doch erschaffen hat!

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Über das rechte Vertrauen (2000)

Vertraue niemals auf die Begrenztheit deines Verstandes. – Vertraue auf Ihn; denn Er ist der Lenker, der Weise.

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Über Ratschläge (20. 7. 2001)

Ungebetener Rat ist schlechter Rat.

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Über die rechte Einstellung zum Tod (20. 7. 2001)

Wer den Tod auf die leichte Schulter nimmt, meint es auch mit dem Leben nicht besonders ernst.

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Über die Dialektik (20. 7. 2001)

Deine Dialektik versperrt dir den Weg. – Nimm von ihr Abschied und gründe dein Leben auf die unverrückbare Wahrhaftigkeit des Ewigen und Einzigen Gottes!

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Über den guten Freund (20. 7. 2001)

Der gute Freund gibt, anstatt zu fordern; der schlechte Freund – ist keiner.

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Über die Spontaneität (20. 7. 2001)

Ob deine Spontaneität gut für dich ist oder nicht, siehst du daran, wohin sie dich führt.

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Über die Kraft der Gegenwart (20. 7. 2001)

Nichts fürchten die Kontinuitäts- und Stabilitätspropagandisten mehr als die ungeteilte Kraft der Gegenwart.

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Über ein asiatisches Sprichwort (19. 12. 2002)

„Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ – Daraus folgt: 1. Kein Lächeln zu schenken, bedeutet Geiz. 2. Ein Lächeln nicht zu erwidern, bedeutet äußerste Verhärtung.

 

 

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The Georgia “Guide-” Stones: Signposts to World Tyranny

Theosophy and New Age: Satanism in Disguise

A Chronological Bibliography giving both ideological and truthful literature, along with numerous web-links and an inserted  time-line of events through the centuries that led to the present catastrophic state of affairs

The Contemplative Observer’s Video Page: His own Youtube productions, plus a dozen of comprehensive essays on some of his favourite external video sources 

 

 

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